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Strang Gold Kapitel 0 – Prolog

Tak. Tak. Tak.
Das Scharren von Hufen über Sand und Kies hallte durch den Dschungel. Doch plötzlich hielt das Tier an, als es etwas hörte.
Knack.
Raschel.
Vier Augen richteten sich ängstlich in Richtung der Geräusche und die beiden Schlappohren zuckten hektisch. Das lange feine Fell des Tieres färbte sich von Gold nach Rosa und die sechs Hufe scharrten den weichen Boden auf. Dann galoppierte es wie ein von einer Tulas gestochen wiehernd und mit dem Schnabelmaul klappend in den rostfarbenen Dschungel, wo es verschwand.

„Eeeiiieeerrrshaaalaaatsch!“ *Eiersalat!* „Ksssohhnntscheeeshtsch druuu draaash Fffeeerrrdriiion Haaohhlohhgehrrraaapsshhaaiiieeerrreeen.“ *Konntest du das Ferdion holographieren?* „Jchssaaa!“ *Ja!* „Naaa, draaann iiishtsch eeesh niiicszhaatsch shohh shcszhaaliiimm.“ *Na, dann ist es nicht so schlimm.* „Iiicszhaa haaaaaeeetschtscheee eeesh nohhcszhaa gehrrrneee eeetschwrhaaash laaaeeengeheeerrr breeeohhbraaacszhaaatscheeetsch.“ *Ich hätte es noch gerne etwas länger beobachtet.* „Wrheeerrr niiicszhaatsch? Eeesh wrhiiirrrdr Zheeeiiitsch.“ *Wer nicht? Es wird Zeit.* „Shcszhaaohhhn?“ *Schon?*

Damit tauchten zwei in Tarnfarben gekleidete Echsen aus dem Urwald auf. Was an beiden sofort auffiel, war ihre Hautfarbe. Sie war bläulich. Dies wies sie als Teladi der männlichen Gattung aus. Während der etwas größere Teladi mit seinen orangen Augen leicht krumm ging und augenscheinlich Schmerzen hatte, hatte der etwas kleinere Teladi goldene Augen und tat sich ungleich leichter als sein älterer Begleiter. Schweigend gingen sie nebeneinander her. Der ältere der beiden schaute in die Umgebung, aber sein Blick war auf nichts fixiert. So, als suchte er etwas, konnte es aber nicht finden. Als wüsste er selbst nicht, was er eigentlich suchte. Der junge Teladi hingegen hatte nur Augen für seinen Bildapparat. Einen Holographer. Mit ihm konnte man Bilder in 3D festhalten. Der Jüngling projizierte eine seiner Aufnahmen nach der anderen etwa dreißig Zentimeter von sich weg und starrte sie gebannt an, ohne auf den Weg zu achten.

„Ah.“ *Acht.* Sagte der jüngere, mit den goldenen Augen. Worauf der Ältere erwiderte: „Sch-Tschaaauuusheeendr-Fe-Haauuundreeetsch Cszrrreeedriiitschsh.“ *Zweitausendvierhundert Credits.*

Der Jüngere schnaubte und aus seinen Nüstern rann etwas Schleim, den er sich mit seiner langen Zunge von seiner Schnauze wegleckte und dabei genüsslich schmatzte. Der junge männliche Teladi hatte schon oft Profit erwirtschaftet. Mal mehr, mal weniger. Dies hier gehörte unzweifelhaft zu seinen weniger profitablen Geschäften. Wobei er nicht auf den Profit aus war, als auf die Ästhetik seiner Arbeit. So wie alle männlichen Teladi wenig von Profit und viel von Ästhetik hielten. Deswegen verstand der junge Teladi auch die Beweggründe des Älteren nicht, der damals vor mehr als zwanzig Sonnen nach Firmenstolz kam, als sich die Sprungtorverbindungen erneut verändert hatten und Teladi von Ianamus Zura –woher der Ältere stammte; woher alle männlichen Teladi stammten- wieder Kontakt zu ihren Schwestern aus der Gemeinschaft der Planeten hatten, um sich mit einer von ihnen zu paaren und dabei ihn gezeugt hatten. Nun, eigentlich konnte er schon verstehen. Neugierde. Das war es, was die Teladi –aus den neuen und alten Sektoren- dazu trieb in die Sektoren des jeweils anderen zu fliegen. Doch wie in den Geschichtsbüchern steht und auch von den Älteren erzählt wird, sowie lebhaft vorgelebt wurde, gab es einen Kulturschock. Während die Teladi aus der Gemeinschaft der Planeten nur aus Weibchen bestanden, weil es vor vielen Dekazuras zu wenige Männchen im Genpool gab, als die Torumstellung des Alten Volkes sie von ihrem Heimatplaneten und -Sektor Ianamus Zura trennte, um eine neue Population aufzubauen, gab es in Ianamus Zura und den weiteren bis vor zwanzig Sonnen verschollenen Sektoren genügend Männchen, um die Kultur und Population weiter voranzutreiben. Auf Seiten Ianamus Zuras veränderte sich das Gedankengut der Teladi hin zur Ästhetik, ähnlich der Denkweise der Boronen. Während in der Gemeinschaft der Planeten die Teladi vor einer Sackgasse standen. Glücklicherweise konnten sich die weiblichen Teladi auch ohne ihren männlichen Gegenpart eingeschlechtlich fortpflanzen, was dazu führte, dass die Nachkommen praktisch genetische Klone ihrer Eiälteren darstellten. Ob das dazu beigetragen hat, dass sich in der GdP die Teladi profitorientiert in kultureller Weise fortentwickelt haben ist nicht mehr nachvollziehbar, da Aufzeichnungen aus diesen frühen Phasen der Neuorientierung des Chaos nach der Umstellung, kurz die ‚Zeit der Trennung’ genannt, in den Datenbankarchiven nicht mehr auffindbar waren. Ob sie verloren gegangen waren oder ob es nie Aufzeichnungen gegeben hat, ist eine müßige Frage, die schon viele beschäftigt hat, aber auf die es wohl nie mehr eine Antwort geben wird. So oder so hatte die erneute Umstellung der Tore von Seiten des Alten Volkes aus längst vergessene Hoffnungen und Sehnsüchte wiedererweckt. Die Stimmung war euphorisch und ein starker Reisestrom setzte ein. Doch als beide Seiten die Kulturen der jeweils anderen sahen, war der Schock tief. Wie konnte es nur so profitgeile Teladi geben? Wie konnte es nur Teladi geben, die kein Interesse an Profit haben? Noch ehe sich beide Kulturen versahen, waren sie wieder getrennt. Nicht durch physische Hinsicht, wie etwa eine erneute Änderung der Torrouten, sondern mental, durch ihre engstirnige Einstellung. Wobei man den Teladi aus Ianamus Zura zu gute halten muss, dass sie bis zum heutigen Tazura versuchen die geistigen Barrieren abzubauen, vor allem die der Teladi aus der GdP. Der kurze Kontakt bei der Kulturen hatte aber nicht nur einen negativen Nachgeschmack. Während damals der Kulturaustausch gerade erst begann, war der Tourismus bereits in vollem Gange und so wie der Tourismus stetig zunahm, stiegen auch die Schwangerschaften von weiblichen Teladi, die von Männchen begattet worden waren. Viele der neugenetischen Nachkommen kamen auf Ianamus Zura und in den alten Sektoren zur Welt und blieben auch da, als es zur mentalen Trennung, der ‚zweiten Trennung’, kam. Viele der Neu-Teladi fanden sich weder in der einen noch in der anderen Kultur zurecht und wanderten in andere Sektoren, meist die der Boronen und Argonen, aus. Nur die wenigsten blieben in den alten Sektoren und lebten mit ihren Eiälteren zusammen. So wie diese beiden hier, die nun vor einer großen metallenen Wand standen. Auf einer elektronischen Platte neben der Tür eingelassen leuchtete eine Information auf, als sich beide Teladi ihr näherten.

>>Sie haben Ihre Zeit im Habitat um eine Inzura überschritten. Dies kostet Sie pro angefangene Mizura weitere 3 Credits, zu den bereits bezahlten 75 Credits für eine Stazura Aufenthalt.<<

„Driiieeesheee rrraaaffffffgehiiieeerrriiieeegeheeen Tschelaaadriii!“ *Diese raffgierigen Teladi!* Beschwerte sich der Jüngere. „Naaanaaa, wrhiiirrr geeeehhaaohheeerrreeen jchssaaa zhuuurrr sheeelbreeen Shpssheeezhiiieeesh.“ *Nana, wir gehören ja zur Selben Spezies.* „Zhuuurrr sheeelbreeen Shpssheeezhiiieeesh vvviiieeeleeeiiicsztsch. Aaabreeerrr niiicszhaatsch zhuuurrr gehleeeiiicszhaaeeen Ksssuuultschuuurrr!“ *Zur selben Spezies vielleicht. Aber nicht zur gleichen Kultur!* „Eeesh wrhiiirrrdr wrhaaahaarrrliiicszhaa Zheeeiiitsch.“ *Es wird wahrlich Zeit.*

Murrend drückte der junge Teladi eine Plastikkarte in einen Schlitz, woraufhin ein Piepen verkündete, dass der angefallene Betrag von seinem Konto abgezogen wurde. Der junge, wie auch der alte Teladi verließen das Habitat und kamen in eine völlige andere Welt. Vor ihnen tat sich ein ockerfarbenes Meer mit hellgrünen Elementen bemaltes Reich aus Wänden, Decken, Böden und Türen auf. Sie schritten gemeinsam durch die Gänge und Korridore und jede Teladi drehte sich nach den beiden um. Größtenteils, weil sie noch nie einen Mann gesehen hatten, aber auch, weil sie befangen waren, was die Schuld der Medien war, die die Kultur von Ianamus Zura so widerstandslos kritisiert hatte und deswegen eine jede Teladi Vorbehalte hatte. An diese Blicke und das Verhalten ihnen gegenüber hatten sich die beiden Männchen bereits gewöhnt und ignorierten es getrost. So auch einige direkte Fragen zwecks Paarung. Nicht, weil es keiner von ihnen brauchte oder keine Nachfahren haben wollte, sondern einfach nur deswegen, weil es nicht in ihren ethischen Kodex passte. Sie hatten eine große Auswahl, oh ja. Während der Eiältere dies bereits ausgenutzt hatte, war sein Spross auf andere Dinge fixiert. Wenn er sich denn eines Tazuras fortpflanzen wollte, dann mit einer Teladi, die seinen Kriterien entsprach. Denn er wollte kein Weibchen, dass nur darauf aus war begattet zu werden und dann wieder aus seinem Leben verschwand oder, wie wohl den meisten anderen passiert, sich schmarotzend an ihn klammert und den letzten Credit aus ihn raussaugte. So nicht.
Seinen Gedanken nachhängend merkte der junge Teladi nicht, dass er sein Ziel bereits erreicht hatte und er von seinen Kollegen wegen seiner geistigen Abwesenheit belächelt wurde. Als er endlich wieder in der Realität war, zischelte er kurz und fegte die störenden Gedanken und Blicke seiner Kollegen fort. Er befand sich nun in einem Hangar, wo sich Flügel an Flügel kleine Raumgleiter befanden, die einander glichen wie ein Ei dem anderen. Ein etwas älterlicher Teladi, mit tief orangen Augen, trat auf ihn zu.

„Wrhiiieee iiishtsch Iiihaarrr Naaameee?“ *Wie ist Ihr Name?* „Haaiiilbriiiliiish Dreeeshtschrrruuucsztschuuuluuush Zhuuuzhaaaiiimeeeiii Cyb.“ *Hilbilis Destructulus Zuzaimei I.*

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